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Domplatz Archäologie 2019

  • Ausgrabung am Domplatz in St. Pölten.
  • Ausgrabung am Domplatz in St. Pölten.
  • Ausgrabung am Domplatz in St. Pölten.
Ausgrabungen gehen ins letzte Jahr

Die archäologischen Ausgrabungen am Domplatz sollen bis Jahresende abgeschlossen sein. Die gesetzlich vorgeschriebene archäologische Erkundung des Untergrundes für die Neugestaltung des Domplatzes ist damit erfüllt. In der Februar-Sitzung des Gemeinderates wurden 1,2 Mio. für die letzte Grabungssaison beschlossen.

Bundesdenkmalamt erklärt Notwendigkeit

In seinem Unterschutzstellungsbescheid stellte das Bundesdenkmalamt fest, dass „den römerzeitlichen und mittelalterlichen Bauresten sowie dem mittelalterlichen Friedhof am Domplatz von St. Pölten eine nicht nur stadthistorische, sondern auch überregionale geschichtliche und kulturelle Bedeutung zukommt“.

Damit sollen die Denkmäler in ihrer Substanz als Zeugnis der Vergangenheit erhalten bleiben. Veränderungen oder Zerstörungen eines Denkmales sind nach Möglichkeit zu vermeiden. Unumgängliche Eingriffe in ein Bodendenkmal, wie sie am St. Pöltner Domplatz durch die geplante Platzgestaltung entstehen, erfordern Ersatzmaßnahmen und bedürfen der Bewilligung des Bundesdenkmalamtes.


Die Grabungen am Domplatz St. Pölten erbrachten bislang einzigartige Erkenntnisse zur römischen und mittelalterlichen Siedlungsgeschichte St. Pöltens. Neben der spätantiken Badeanlage ist die älteste frühmittelalterliche Kirche auf niederösterreichischem Boden hervorzuheben. Diese Baukörper stellen archäologische Denkmale von europäischem Rang dar. Die weitere Erhaltung dieses über Jahrhunderte organisch gewachsenen Gebäudeensembles von Gebäuden auch für zukünftige Generationen liegt im öffentlichen Interesse. Das Budesdenkmalamt betonte in diesem Zusammenhang auch die gute Zusammenarbeit mit der Stadt St. Pölten.

Alte Einbauten, sanierungsbedürftige Oberfläche
„Auslöser für die archäologischen Grabungen waren einerseits die veralteten Einbauten und andererseits die notwendige Sanierung der äußerst desolaten Oberfläche des Domplatzes“, erinnert Bürgermeister Mag. Matthias Stadler. In den Jahrzehnten davor war das „Domplatzprojekt“ auf Grund der hohen Kosten immer wieder aufgeschoben worden.

2008 wurde mit den Vorarbeiten für die Neugestaltung begonnen. "Mit einer derart langen Dauer konnte man im Vorfeld nicht rechnen. Im Nachhinein gesehen ist es ein Glücksfall, dass wir früh begonnen haben, denn wären wir nicht schon so weit, könnten wir den Domplatz, sollten wir den Zuschlag als europäische Kulturhauptstadt 2024 bekommen, nicht mehr rechtzeitig fertigstellen“, sagt Stadler

Es wäre nicht schneller gegangen
Insgesamt haben die Vorarbeiten für den Domplatz bisher 8,6 Mio. Euro gekostet, darin enthalten sind die archäologischen Grabungen, Planungen, Erd- und Straßenbau und Personalkosten der letzten neun Jahre. Eine raschere Abwicklung der Grabungen wäre weder technisch möglich noch  sinnvoll gewesen.  Es wäre unmöglich gewesen, so viel archäologisches Fachpersonal zu bekommen, um die Grabungen gesetzeskonform durchführen zu können. Überdies hätte dies die Totalsperre des Domplatzes nach sich gezogen.
„Die gewählte Vorgehensweise war die einzig richtige und wir haben damit den Vorteil, dass die Einbauten erneuert werden, der Domplatz nachhaltig neu gestaltet werden kann und wir mit den gewonnen archäologischen Erkenntnissen international punkten“, zieht Stadler das Resümee.


Aktuelle Infos zu den laufenden Ausgrabungen am Domplatz erhalten Sie auf der Facebook-Seite der Stadtarchäologie St. Pölten.